Was ist eigentlich «Heterosexismus»?
Mittwoch, 28. August 2019, 18:00 Uhr - 20:00 Uhr
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Der Begriff «Sexismus» hat in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt. Bei #aufschrei und #metoo nutzen Frauen soziale Medien, um ihre Lebenswirklichkeit zu politisieren. Ihre Erfahrungen waren so keine individuellen Einzelsituationen, sondern kollektive Erfahrungen. Sie suchten nicht nach individuellen Lösungen, sondern forderten gesamtgesellschaftliche. Das ist der Grundgedanke und zugleich die Besonderheit von «Sexismus»  – es ist ein Bewegungsbegriff. Sexismus ist ein Problem mit einem Namen, schreibt die britisch-australische Theoretikerin Sara Ahmed.

In der medialen Auseinandersetzung um Sexismus und sexuelle Belästigung wurde dieser Grundgedanken vielfach auf die Frage danach reduziert, was innerhalb eines heterosexuellen Rahmens noch ein Flirt, ein Kompliment etc. oder schon sexistisch sei. Ganz so als ginge es nicht um strukturelle Ungleichheit, sondern um Etikette. Entsprechend wurden Angstfantasien wie Anti-Sexismus führe zu „Prüderie“ beschworen. Manche forderten sogar ein „Recht auf Belästigung“ als Bedingung für „sexuelle Freiheit“.

Dass auch (und vor allem) lesbische und queere Frauen von Sexismus und sexueller Belästigung betroffen sind, wird vielfach ausgeblendet. Hier setzt der Begriff «Heterosexismus» an.

Anna Schiff hat für die Rosa-Luxemburg-Stiftung die Broschüre „Ist doch ein Kompliment…Behauptungen und Fakten zu Sexismus“ geschrieben. In ihrem Vortrag wird sie niedrigschwellig erklären, was (Hetero-)Sexismus ist. Sie wird Argumente an die Hand geben, warum es eben kein Kompliment, sondern Sexismus ist. Und mit dem „Monique Wittig-Test“ ein einfaches Tool gegen Heterosexismus in der eigenen politischen Praxis vorstellen.  In der Diskussion wird es keine "dummen" Fragen geben, sondern alle sind alle herzlich eingeladen, alles über (Hetero-)Sexismus zu erfahren, was sie schon immer wissen wollten, aber sich nie getraut haben zu fragen.

 

Eine Veranstaltung im Rahmen der Pride Weeks des CSD Münster e.V. 2019.

Ort Hörsaal JO1, Johannisstraße 4