Vortragsreihe: Digitalisierung, Datenschutz und Künstliche Intelligenz

Jan Bornemann und Judith Tripp

Im Sommersemester wird erstmals eine Vortragsreihe im AStA beginnen, die sich mit den Themen Datenschutz, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz beschäftigt.

 

Das Programm im Sommersemester 2019:

Alle Veranstaltungen im Fürstenberghaus, Hörsaal F5


25.4., 19 Uhr: Ralf Bendrath
Politischer Referent der Grünen im EU-Parlament

Im Schatten von #saveyourinternet – Digitale Baustellen nach der EU-Wahl

Die europaweiten Proteste gegen die EU-Urheberrechtsreform zeigen vor allem eins: Die Europäer möchten die Digitalisierung endlich mitgestalten. Doch während noch über Uploadfilter gestritten wird, stehen in Brüssel schon die nächsten Entscheidungen an: Wie bändigen wir die Macht der großen Plattformen? Und was ändert sich durch eEvidence und Digital Fair Trade?
Kurz vor den Europawahlen wirft Ralf Bendrath, Mitautor der DSGVO, einen längst überfälligen Blick auf die wegweisenden digitalen Fragen der kommenden Legislatur.


29.5., 18 Uhr: Max F. J. Schnetker
Autor und Aktivist

Erlösung durch KI? Transhumanismus als rechte Utopie

Im Silicon Valley macht derzeit eine Vision die Runde, die die Zukunft der Menschheit betrifft: Was, wenn die Erforschung künstlicher Intelligenz am Ende eine Art Gottheit hervorbringt? Während die einen den Untergang fürchten, prophezeien die anderen die Erlösung durch die göttlichen Maschinen.
In seinem neu erschienenen Buch liefert Max Schnetker eine ideologiekritische Analyse und zeigt: Im Glauben an die Superintelligenz wiederholen sich alte Ideen der protestantischen Rechten – und die Grundlagen für eine autoritäre Wende sind bereits angelegt.


17.6., 18 Uhr: Rena Tangens
Gründerin Digitalcourage, Jury-Mitglied BigBrotherAwards

Mythos Smart City – Warum die "intelligente Stadt" eine dumme Idee ist

Wie sieht die Stadt der Zukunft aus? Seit geraumer Zeit versuchen Tech-Konzerne von Microsoft über Huawei bis Google, Kommunen die Idee einer „intelligenten“ Stadt zu verkaufen. Während die "Smart City"  in Deutschland noch mit "Nachhaltigkeit", "Effizienz" und "Bürgerbeteiligung" beworben wird, sprechen die Unternehmen in China und Dubai offen aus, um was es geht: lückenlose Kontrolle der Bevölkerung. 
Rena Tangens beleuchtet die verschiedenen Facetten eines gefährlichen Mythos' – und gibt uns gute Gründe, warum wir uns gegen blinde Technikgläubigkeit zur Wehr setzen sollten.


26.6., 18 Uhr: Kerstin Demuth
Campaignerin bei Digitalcourage e.V.

Überwachung leicht gemacht? Das neue Polizeigesetz in NRW
 
Im Dezember haben CDU, FDP und SPD das Polizeigesetz in NRW verschärft. Die Landespolizei hat seitdem weitreichende neue Befugnisse, darf etwa ohne konkreten Tatverdacht Staatstrojaner und elektronische Fußfesseln einsetzen. Rechtsstaatliche Prinzipien wie die Unschuldsvermutung und das Trennungsgebot zwischen Polizei und Geheimdiensten geraten dadurch ins Wanken.
Kerstin Demuth erklärt, wie das Gesetz unsere Grundrechte schwächt, warum dadurch Aktivismus gefährdet wird – und was man dagegen tun kann.